2016:

Als Neuling in der Imkerei habe ich mich an die klassischen Behandlungsmethoden gehalten. Keine Chemie aber organische Säuren. Für die Sommerbehandlung nahm ich in 2016 60%ige Ameisensäure (erst Mot – Medizinflasche ohne Teller und dann Langzeigbehandlung im Nassenheimer Professional) für die Winterbehandlung habe ich 3,5%iges Oxalsäuredihydrat Ende Dezember (21.12.2016) geträufelt.

Ergebnis: Während der Sommerbehandlung (es war einer der heißesten Sommer seit Wetteraufzeichnung) war es teilweise so warm, dass meine Bienen mit der Ameisensäure massive Probleme hatten – ein Teil der Völker ist regelrecht erstickt. Die Winterbehandlung hat dann 4 Völkern den Rest gegeben.

Was habe ich gelernt: Als Anfänger unterschätzt man die Notwendigkeit eines regelmäßigen und wetterangepassten Behandlungskonzepts. In 2017 werde ich das besser machen.

2017:

Meine Ableger behandele ich ab der Bildung mit Bienenwohl – diese Völker kommen in diesem Jahr NICHT für die Honigproduktion zum Einsatz.

Nach der letzten Honigernte bei meinen Wirtschaftsvölkern werde ich die totale Brutentnahme praktizieren und meine Völker mit Oxalsäure bedampfen.

Ich weiß, dass beide Behandlungsmethoden (Bienenwohl und Oxalsäureverdampfung) in Deutschland nicht zugelassen sind, aber die Ergebnisse der österreichischen Kollegen zeigen den Erfolg der Methoden auf.

Zur Winterbehandlung werde ich wieder Oxalsäuredihydrat zur Restentmilbung träufeln um damit den Völkern den bestmöglichen Start in den Frühling zu ermöglichen.

Jede Behandlung wird entsprechend dokumentiert und bei jedem Standbesuch ist die erste Arbeit der Blick auf die Varroaschieber. Jedweder Milbenfall wird akribisch aufgeschrieben und bei Bedarf werden geeignete Sofortmaßnahmen ergriffen.

Zur Schätzung des Milbenbefallsstärke verwende ich folgende Umrechnungsfaktoren*:

  • Umrechnungsfaktor Mai bis September = 100 bis 300 für schwach bis mittelstark befallene Völker mit Brut.

    Beispiel: natürlicher Milbentotenfall in 5 Tagen = 25 Milben (= 5 Milben/Tag)

    –> geschätzter Befallsgrad: 500 bis 1.500 Milben im Volk

  • Umrechnungsfaktor Oktober/November = 300 bis 500 in Völkern mit wenig bis keiner Brut.

    Beispiel: natürlicher Milbenfall pro Tag = 1 Milbe

    –> geschätzter Befallsgrad: 300 bis 500 Milben im Volk

Des Weiteren verwende ich EM (effektive Mikroorganismen). Jedes Volk bekommt dann und wann ein paar Sprühstöße des EM (die Inhaltsstoffe entsprechen dem Milieu, welches in den Bienenstöcken herrscht und soll die Bienen gegen Umwelteinflüsse unterstützen). Um Gewöhnungseffekte zu vermeiden und die Bienen nicht zu sehr zu “verwöhnen”, achte ich hierbei darauf nicht regelmäßig mit EM zu behandeln.

 

*Quelle: Fachzentrum Bienen der bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim – Dr. Stefan Berg